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Bürgerbus Murg

Die Idee eines Bürgerbusses in Murg entstand im Rahmen eines bürgerschaftlichen Engagements unter dem Motto „Murg im Wandel“. Die Initiative entstand im Frühjahr 2013, um unser kommunales Alltagsleben an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und hat in unserer Gemeinde schon einige Veränderungen angestoßen. Die Arbeitsgruppe „Mobilität“ hat in einem ersten Schritt die Probleme des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Gemeinde analysiert mit dem Ziel, Verbesserungspotentiale auszuloten.

Ausgangsbasis: 
Die Gemeinde Murg dehnt sich über eine Länge von 8 Kilometern und 400 Höhenmetern aus. Das Hauptangebot des öffentlichen Nahverkehrs tagsüber sind Schulbusse, die von der Öffentlichkeit mit genutzt werden können. Im Tal gibt es tagsüber öfter Anschluss an die Regionalbahn Richtung Basel und Schaffhausen. Außerhalb der normalen Schul- und Arbeitszeiten fahren die Busse selten. Von einem Ortsteil in den anderen zu kommen ist daher bisher ohne Auto umständlich, und nach 18.58 bzw. 19.13 Uhr geht von Murg kein Bus mehr in die Ortsteile Niederhof, Oberhof, Hänner.

Projektidee:
In einem ersten Schritt zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs möchten wir das Angebot, vom Bahnhof Murg in die Ortsteile zu kommen, auf alle Zugverbindungen ausdehnen. Das betrifft alle Züge nach 19 Uhr, die bisher keine Anschlussverbindungen in die Ortsteile unserer Gemeinde haben. So ist das Projekt "Bürgerbus Murg" entstanden. In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung wollen wir dieses Mobilitätsangebot nutzen, um den Individualverkehr in den Tagesrandzeiten einzudämmen und damit einen Anreiz zur Einsparung von Energieressourcen setzen. Gleichzeitig wollen wir das Projekt so kostengünstig wie möglich gestalten, weil wir nur dann eine Chance auf Realisierung unseres Vorhabens sehen. Daher sollen die Fahrten durch Bürger der Gemeinde auf freiwilliger Basis durchgeführt werden.

Das Konzept des Bürgerbusses:
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde soll ein 8-sitziger Bus angeschafft werden, der teilweise durch Sponsoring lokaler Betriebe finanziert wird. Alle Züge der Hochrheinbahn, die in beide Richtungen in Murg nach 19 Uhr halten, würden durch den Bürgerbus einen Anschlussfahrplan in alle Ortsteile bekommen. Der Bus kann alle Haltestellen in den Ortsteilen anfahren, die tagsüber von der SBG bedient werden. Da das Fahrzeug für dieses Verkehrsangebot tagsüber nicht gebraucht wird, streben wir eine gemeinsame Nutzung mit der Gemeinde an, die tagsüber über den Einsatz verfügen kann. Die Infrastruktur für den Bus (Anschaffung, Betriebskosten des Fahrzeugs einschließlich Versicherungen) soll von der Gemeinde getragen werden. Die Personalkosten für den Bus können durch freiwillige Mitarbeit von Bürgern der Gemeinde als ehrenamtliche Fahrer eingespart werden.

Zukunftsperspektive:
Der Bürgerbus soll ein Anfang sein für weitere umfassendere Projekte zur Stärkung der öffentlichen Mobilität mit dem Ziel, den Anreiz zur Nutzung des eigenen PKW zu reduzieren. Gedacht ist an ein organisiertes und gleichzeitig sicheres kommunales Mitfahrangebot, das auch ein Bestellsystem für Einkäufe durch Bürger für Bürger und ein Carsharing-System in Kooperation mit Nachbargemeinden enthält. Von diesen Projekten im Bereich Mobilität erhoffen wir uns eine Belebung des kommunalen Gemeinschaftslebens, eine Verbesserung der Strukturangebote für unseren ländlichen Raum und einen Beitrag zur alltäglichen Energieeinsparung. Damit können wir unsere Lebensgewohnheiten aktiv und sozial an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen.